Zur Ausbildung

Aus alledem geht hervor, dass die Ausbildung am Berliner Seminar für Waldorfpädagogik eine Art Übungsweg darstellt. Nicht gemeint ist eine additive Anreicherung, sondern ein innerer Weg, der dazu angelegt ist, neue Fähigkeiten heranzubilden. Das funktioniert nur in innerer eigener Aktivität. Eine Ausbildung, insbesondere eine Lehrerausbildung, kann nicht besser sein als das, was man selber in sie einbringt. Natürlich spielt das übende Lernen insbesondere in den künstlerisch–praktischen Fächern eine Rolle. Aber auch in der Methodik – vor allem wenn es sich um einen erziehungskünstlerischen Ansatz handelt - ist die Nähe zur Praxis gefordert. Wie schildere ich ein Tier in einer bildhaft anregenden Art und Weise? Wie rege ich wirkliche Lernvorgänge in der Grammatik oder in der Chemie an? Das geht nur, wenn man es selber ausprobiert. Theoretisieren reicht nicht aus.

Bei alledem gilt aber auch, Unterrichten lernen kann man eigentlich nicht in Abwesenheit der Kinder. Aus diesem Grunde haben die Praktika eine große Bedeutung. Im Laufe der zweijährigen Tageskursausbildung gehen die Studenten drei Mal für mehrere Wochen an die Schule. Die Ausbildung endet mit einem halbjährigen Berufseinführungspraktikum, in dem sich zeigen soll, dass man nach Abschluss der Ausbildung eigenverantwortlich an einer Waldorfschule unterrichten kann.

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