Bewerbungen 2019 - INFOABENDE


Für das nächste Kursjahr 2019/20 (Beginn zum 5. August) freuen wir uns auf Bewerbungen ab Januar 2019.

Der nächste Informationsabend am Seminar finden am 5. Juni 2019 von 19.00-21.00 Uhr statt.

 

 

 

Bund der Freien Waldorfschulen

Alle News - Bund der Freien Waldorfschulen

Alle News - Bund der Freien Waldorfschulen
Alle Neuigkeiten vom Bund der freien Waldorfschulen

Waldorfschulen fordern Fairness in der Schulwahl

Bund der Freien Waldorfschulen wünscht sich stärkere soziale Durchmischung an Schulen. Nur durch eine gleichberechtigte Finanzierung von Schulplätzen für gemeinnützige und staatlich-kommunale Träger ist der Zugang zu Schulen in freier Trägerschaft nicht vom Einkommen der Eltern abhängig. 

Hamburg/Stuttgart, 29.05.2019, VS: Im „Panorama 3“-Bericht „Private Schulen in Niedersachsen außer Kontrolle?“ wird unabhängigen Schulen in freier Trägerschaft unter Verweis auf die hohen Schulgelder einzelner Privatschulen ein bewusster Verstoß gegen das im Grundgesetz verankerte Sonderungsverbot unterstellt. Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) fordert seit Jahren höhere staatliche Finanzhilfen für Schulen in freier Trägerschaft, damit die Schulgeldhöhe deutlich gesenkt werden kann. An Waldorfschulen werden im Bundesdurchschnitt 172,00 Schulgeld (Schuljahr 2016/17) erhoben.

„Die Schulgesetze der Länder planen Defizite in den Haushalten der freien Träger ein und zwingen sie dadurch, Schulgelder zu erheben“, betont Henning Kullak-Ublick, Vorstandssprecher im BdFWS. „Wir versuchen so gut es geht, durch Solidargemeinschaften der Elternschaft und vergleichsweise moderate Lehrer*innengehälter allen Kindern den Zutritt zu ermöglichen, aber diese Schwelle ist ganz offensichtlich politisch gewollt.“ Im Bundesdurchschnitt bekämen die Freien Waldorfschulen 65,5 Prozent ihrer Betriebskosten aus öffentlichen Mitteln erstattet, so Kullak-Ublick weiter. Der Rest werde durch Schulgelder und Spenden finanziert. Nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes kostete ein Schüler einer allgemeinbildenden Schule 2016 im Bundesdurchschnitt rund 7.700 Euro, während die Zuschüsse für Freie Waldorfschulen im gleichen Zeitraum bei 5.237 Euro lagen. 

„Waldorfpädagogik ist für alle Kinder da. Der Staat hat die Pflicht, allen Familien die Möglichkeit zu geben, zwischen unterschiedlichen Schulen und Schulformen zu wählen. Freie Schulen sind kein notwendiges Übel, sondern Ausdruck einer lebendigen Zivilgesellschaft“, argumentiert Kullak-Ublick. „Nicht um Auslese geht es hier, sondern um pädagogische Initiative. Gerade in strukturschwächeren Gegenden haben Waldorfschulen aber kaum eine Chance, sich zu tragen, weil die freien Schulen gegenüber den staatlichen Schulen finanziell benachteiligt werden. Was wir brauchen, ist eine trägerunabhängige Finanzierung.“    

Große Fahrt der „Waldorf bewegt“ rückt näher

420 Kilometer will die Greifswalder Waldorfschule im Drachenboot bis nach Berlin fahren. Für die große Fahrt im Herbst präsentierte die Schule am Tag der offenen Tür ihre Reise-Pläne.

Was macht Waldorfschulen im 21. Jahrhundert aus?

Freies Lernen statt Zucht und Drill. Vor hundert Jahren hat Rudolf Steiner die Waldorfpädagogik entwickelt. Seither haben sich Schulen auf der ganzen Welt gegründet, die danach lehren. Im Saarland wurden die Waldorfschulen in Altenkessel und Bexbach in den 70ern gegründet. Als Esoterik-Unterricht mit Stricken und Tanzen wird das Konzept heute noch belächelt. Was macht die Waldorfschulen im 21. Jahrhundert aus?

Bund der Freien Waldorfschulen plädiert für Impfaufklärung der Eltern

Hamburg/Stuttgart, 12. April 2019/CMS/VS: Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) fordert alle Eltern auf, die Impfentscheidung für ihre Kinder auf Grundlage einer ausführlichen ärztlichen Beratung zu treffen.

 „Diese Beratung ist nicht Aufgabe der Schule, sondern der Ärzte“, betonte Henning Kullak-Ublick, Vorstandssprecher im Bund der Freien Waldorfschulen. Eine gesetzliche Impfpflicht könne eine solche Beratung nicht ersetzen. „Impfempfehlungen sollten den medizinischen Fachleuten vorbehalten bleiben, die Entscheidung den Eltern.“ 

„Im historischen Moment mutig die Initiative ergriffen“: Leipziger Fest zum 100-jährigen Waldorfjubiläum mit Blick auf weltweite Entwicklung der Schulbewegung

Leipzig/Hamburg/Stuttgart, 28. März 2019/CU. 100 Jahre Waldorfschule – dieses Jubiläum soll kein Blick in die Vergangenheit sein, sondern vielfältiger Anlass, Zeitfragen in der Pädagogik aufzugreifen. Diese Blickrichtung stand im Mittelpunkt des Waldorfjubiläums auf der Leipziger Buchmesse. „Weltweit wollen wir die Waldorfpädagogik neu entdecken, ihre Grundlagen vertiefen, den Bezug zur Zeit herstellen und nach der Zukunft fragen“, formulierte das Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS), Henning Kullak-Ublick, die Zielsetzung der Feierlichkeiten. Außerdem komme es im Jubiläumsjahr darauf an, die Begegnung zu suchen, sowohl außerhalb als auch innerhalb der weltweiten Waldorfschulbewegung. Kullak-Ublick sprach beim Festakt der Waldorfschulen im Leipziger Mendelsohn Haus.  

Wie diese Bewegung sich seit der Gründung der Mutterschule Stutttgart-Uhlandshöhe im September 1919 bis zu derzeit mehr als 1.000 Waldorfschulen weltweit entwickelt hat, schilderte die Hauptrednerin des Festakts, Nana Göbel, Vorstandsmitglied der internationalen Waldorforganisation Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. Dabei bezog sie sich auf ihre aus Anlass der Buchmesse erschienene Publikation „Die Waldorfschule und ihre Menschen. Weltweit. Geschichte und Geschichten 1919 – 2019“ (Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-7725-7919-6). 

In ihren Ausführungen zeigte sich, dass sich „bestimmte Signaturen“ durch die Geschichte der Waldorfschule hindurch wiederholen. Stets sei eine Vorbereitungsarbeit nötig, bis dann wie 1919 „mutige Menschen in einem historischen Moment die Initiative zur Schulgründung ergreifen“. Immer seien dies die Eltern, die sich eine andere Pädagogik für ihre Kinder wünschten. Hinzu kämen außerdem Vertreter der Behörden, die durch Genehmigungen die neue Schule ermöglichten. Die Suche nach geeigneten Lehrer*innen sowie die Frage der finanziellen Basis für die neue Schule zieht sich nach den Worten Göbels ebenfalls wie ein roter Faden durch die Geschichte der Schulbewegung in allen Teilen der Welt. 

Dabei unterschied Göbel verschiedene Phasen der Ausbreitung der Waldorfschule. In den Jahren bis 1938 verbreitete sich die Idee der Waldorfschule von Stuttgart aus in die Schweiz, nach Norwegen, England und nach Nordamerika. Ein Hintergrund war auch die Bewegung für eine Reform des Schulwesens, das New Education Movement, die Suche nach einer neuen Pädagogik. „Das Anliegen war damals, den Kindern dabei zu helfen, sie selbst zu werden“, erläuterte Göbel. Auch nach Nord- und Osteuropa verbreitete sich in diesem Zeitraum die Idee der Waldorfpädagogik. Eine große Rolle spielten dabei Gruppen von Emigrant*innen. „Es gab viele jüdische Waldorflehrer, die mit dem Aufkommen des NS-Regimes Deutschland verlassen mussten“. So gelangte die Waldorfpädagogik auch nach Lateinamerika, wo in Buenos Aires die Anfänge der Steinerschule auf das Jahr 1939 zurückgehen. 

Eine zweite Phase der Ausbreitung erfolgte dann in den 1960er Jahren in der Südhemisphäre, als die Waldorfpädagogik auch in Australien, Neuseeland und Südafrika heimisch wurde, dorthin hatten sie Anhänger*innen des New Education Movement aus den englischsprachigen Ländern aus Europa exportiert. Als eine weitere Signatur dieser Ausbreitung erwies sich die Frage, wie der in Deutschland entwickelte Lehrplan der Waldorfschulen in einem anderen kulturellen Kontext neu entwickelt werden kann. In der dritten Phase der Ausbreitung der Waldorfpädagogik nach 1989 stellte sich diese Frage noch einmal verstärkt, als die Waldorfpädagogik dann auch Israel, Tansania, Kenia und Asien erreichte. „Die Pioniere dieser Schulgründungen suchten nach Inhalten, die zu ihren Kulturen passen“, erläuterte Göbel. Eine Herausforderung ergab sich gerade bei Indien, China oder Thailand aus der Tatsache, dass nun auch andere Religionen integriert werden mussten, die über die christliche Grundstimmung der Waldorfpädagogik hinausreichten. 

Die Entwicklung der Waldorfschule sei dabei noch lange nicht an ihrem Endpunkt angekommen. „Die Schule muss heute durch Elemente des Lebens ergänzt werden“, betonte Göbel. Weltweit sei es das Recht auf Kindheit sowie das Recht der Kinder, zu spielen, das auch in der Schule verteidigt werden müsse.  

Mit ihrem dreibändigen, 2000 Seiten umfassenden, Werk möchte Göbel auch an die engagierten Menschen auf allen Kontinenten erinnern, die der Waldorfpädagogik als Pioniere zur weltweiten Verbreitung verholfen haben. 

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Waldorfpädagogik sind eine ganze Reihe von Publikationen erschienen, die vom BdFWS in zahlreichen Veranstaltungen auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurden, in Kooperation mit den anthroposophischen Verlagen. Sie befassen sich u.a. mit Grundlagen der Waldorfpädagogik, mit der Geschichte der Waldorfschule, ihren Anfängen in Stuttgart sowie der Rolle des Künstlerischen in der Waldorfpädagogik. Einen besonderen Schwerpunkt bildet auch die Haltung von Bienen, der die Aktion „Beesamp Trees“ im Jubiläumsjahr gewidmet ist: Alle Waldorfeinrichtungen weltweit sollen zu Bienenoasen werden, wofür eine Publikation des BdFWS vielfältige Anregungen bietet. Ein Überblick der Neuerscheinungen findet sich unter https://t1p.de/Waldorf100-Buchneuerscheinungen

Stellungnahme zur Wahlfreiheit der Waldorfschulen

Stuttgart/Hamburg, 28.03.2019/VS: Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) befürwortet die Freiheit der Ersatzschulen, über die Zusammensetzung der Schulgemeinschaft selbst entscheiden zu können. Dabei gilt der Grundsatz der Stuttgarter Erklärung, nach der die Waldorfschulen eine Schule ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung sind. Hintergrund ist die öffentliche Debatte um die Ablehnung eines Kindes eines AfD-Politikers an einer Berliner Waldorfschule.

„Waldorfschulen stehen grundsätzlich allen Kindern offen. Die Haltung der Freien Waldorfschulen kommt in der ‚Stuttgarter Erklärung‘ von 2007 zum Ausdruck“, so Henning Kullak-Ublick, Vorstandssprecher im Bund der Freien Waldorfschulen. Dort heißt es:

„Als Schule ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung ihrer Schülerinnen und Schüler sehen sie alle Menschen als frei und gleich an Würde und Rechten an, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung.“

Zur Stuttgarter Erklärung

An Schulen in freier Trägerschaft entstehen aber gleichzeitig Wertegemeinschaften und es ist notwendig, dass Eltern hinter dem pädagogischen Ansatz der jeweiligen Schule stehen. Bei Waldorfschulen kommt hinzu, dass deren Träger in Deutschland meist gemeinnützige Vereine sind, bei denen Eltern die Mehrzahl der Vereinsmitglieder stellen und auch im Vorstand vertreten sind. Auch die Gründung einer Waldorfschule entsteht immer aus einer Elterninitiative vor Ort. Eltern bekommen somit eine besondere Bedeutung im Schulleben. Deswegen kann an Waldorfschulen bei der Aufnahmeentscheidung die Einstellung der Eltern, vor allem wenn diese den Werten wie der Stuttgarter Erklärung entgegenstehen, eine Rolle spielen. 

„Die Berliner Schule verantwortet ihre Entscheidung, der eine intensive und durchaus kontroverse innerschulische Diskussion vorausgegangen ist, selbst. Die sich darin ausdrückende gesamtgesellschaftliche Debatte werden wir in unseren Gremien reflektieren, um daraus Erkenntnisse für den Umgang mit vergleichbaren Entscheidungsprozessen innerhalb unserer Schulen zu gewinnen“, so Kullak-Ublick weiter. Die „Stuttgarter Erklärung“ sei die Grundlage für das Selbstverständnis der Waldorfschulen und gelte selbstverständlich auch für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V. 
Die derzeit 245 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. In Deutschland besuchen 88.000 Schülerinnen und Schüler eine Waldorfschule. Seit 2013 sitzt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS als Zweigstelle in Hamburg. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr.