Weiterbildung zum/zur Waldorf- Oberstufenlehrer*in (Vollzeit – postgraduiert)

Weiterbildung Waldorf- Oberstufenlehrer*in (postgraduiert)

Dauer: 2 Jahre

Zugangsvoraussetzungen

  • Abgeschlossenes Lehramtsstudium (für die Sekundarstufe II), mit 1. oder 2. Staatsexamen
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium in zwei unterrichtsrelevanten Fächern (mit einem Fachstudienanteil von mindestens 90 CP/Fach)
  • Hochschulstudium in unterrichtsnahen oder unterrichtsrelevanten Fächern mit einem Fachstudienanteil von mindestens 60 CP/Fach (insgesamt mind. 210 CP)
    Abschluss

Abschlüsse

Anmerkungen:

  • Eine Studienurkunde ist für eine Unterrichtsgenehmigung ausreichend bei Voraussetzung 1 oder 2.
  • Ein Masterstudium ist notwendig für eine Unterrichtsgenehmigung bei Voraussetzung 3

Mögliche Unterrichtsfächer

Sämtliche Oberstufen-Epochenfächer

  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Biologie
  • Geographie, Sozialkunde/Politische Weltkunde
  • Deutsch
  • Geschichte, Kunstgeschichte
  • Fächer, die von Klasse 1-12 gegeben werden:
         – Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch)
         – Sport
         – Musik
         – Bildende Kunst
    Die Fächer Handarbeit, Werken, Gartenbau, Fremdsprachen Klasse 1-8, Sport Klasse 1-8, Bildende Kunst Mittelstufe werden im Rahmen der Weiterbildung zum Klassenlehrer angeboten

Kursaufbau für Studierende der Oberstufen-Epochenfächer

Es handelt sich um eine zweijährige Weiterbildung. Sie setzt sich zusammen aus:

  • wöchentlichen Kursen während der Schulzeit (montags und dienstags von 17:30-21:15 Uhr)
  • 10 Intensivwochenden (freitags 17-21:30 Uhr, samstags 9-15 Uhr)
  • 4 zweiwöchigen Blockkursen in Kassel oder Stuttgart (Methodik-Didaktik der Unterrichtsfächer)
  • 3 Blockwochen am Seminar in Berlin
  • Einer dreitägigen Projektfahrt (Mecklenburgische Kleinseenplatte)
  • Schulpraxis (Mindestumfang 140 Stunden)

Kursaufbau für Studierende der Fachstunden-Fächer

Es handelt sich um eine zweijährige Weiterbildung. Sie setzt sich zusammen aus:

  • wöchentlichen Kursen während der Schulzeit (montags und dienstags von 17:30-21:15 Uhr)
  • 10 Intensivwochenden (freitags 17-21:30 Uhr, samstags 9-15 Uhr)
  • Wöchentlichen Kursen, Intensivwochenenden und Blockwochen in Methodik-Didaktik des gewählten Unterrichtsfachs (Umfang mindestens 200 Präsenzstunden). Diese finden teilweise an anderen Orten statt (z.B. Hamburg, Mannheim, Freiburg)
  • 3 Blockwochen am Seminar in Berlin
  • Einer dreitägigen Projektfahrt (Mecklenburgische Kleinseenplatte)
  • Schulpraxis (Mindestumfang 140 Stunden)

Schulpraktische Ausbildung

  • Die Schulpraxis ist studienbegleitend abgesehen von den Blockwochen während des gesamten Schuljahres möglich. (Es gibt keine festgelegten Praktikumszeiten.)
  • Die Studierenden werden von ausgewählten Schulmentor*innen betreut.
  • Im Verlauf des ersten Studienjahres sollen zunehmend Unterrichtsanteile bis zu einer ganzen Epoche eigenverantwortlich übernommen werden.
  • Im zweiten Studienjahr sollen die Studierenden in der Lage sein, mit einem Teildeputat (nicht mehr als 50%) an einer Schule selbständig zu arbeiten.
  • Eine Einstellung von neuen Kolleg*innen, die berufsbegleitend die Weiterbildung absolvieren, soll vermieden werden. In Zwangslagen erlaubt die Studienstruktur dies jedoch. Eine qualitätsvolle Mentorierung muss dann von der Schule gewährleistet werden.

Zweck

Die Studierenden sollen studienbezogene Tätigkeitsfelder erkunden, exemplarische Praxisanforderungen kennenlernen sowie Praxisprobleme bearbeiten und reflektieren.

Ziel ist das Erfassen des Schulalltags an Waldorfschulen, das Bekanntmachen mit den Anforderungen des Lehrberufs und die Qualifizierung im Bereich der Begleitung und Umsetzung von pädagogischen Prozessen. Praxisabläufe sollen erfahren und die eigene Handlungsfähigkeit im Bereich der Waldorfpädagogik erprobt werden.

Die Studierenden sollen die Selbstverwaltungsaufgaben in der Waldorfschule kennenlernen.

Durchführung

Das Seminar für Waldorfpädagogik Berlin stellt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Schulmentor*innen die Praxisplätze zur Verfügung. Diese werden in Absprache mit den verantwortlichen Seminardozierenden den Studierenden zugeteilt. Die Schulmentor*innen begleiten die Lern- und Unterrichtsschritte koordinierend und beratend.

Die Studierenden reflektieren ihre Tätigkeiten und schreiben dazu mindestens zwei Berichte (pro Fach einen). Diese Berichte sollen neben der ausführlichen Reflexion des eigenen Lernprozesses mindestens eine schriftliche Unterrichtsplanung und Reflexion der Durchführung beinhalten. Gegebenenfalls erfolgen Präzisierungen in Absprache mit den Seminarfachdozierenden.

Die Praxiszeiten richten sich nach den Epochen- und Stundenplänen der Schulmentor*innen und werden den Studierenden zu Studienjahresbeginn mitgeteilt. Möglichkeiten der Individualisierung entsprechend der Lebenssituation sind möglich, werden gegebenenfalls jedoch zu einer Verlängerung der Weiterbildung über die zwei Jahre hinausführen.

Bewertung

Die Kriterien für die Bewertung sind fachliche und methodisch-didaktische Qualifikation, sprachliche und soziale Fähigkeiten, Selbstkompetenz, pädagogische Eignung sowie Pünktlichkeit und Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Aufgaben hinsichtlich pädagogischer Professionalität.

Bitte beachten Sie, dass Sie vor dem ersten Praktikum ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen!

Das Wichtigste in Kürze:

Die OberstufenlehrerInnenausbildung ermöglicht einen begleiteten schrittweisen Einstieg in den Schulalltag während des ersten Kursjahres und damit den Einstieg ins Berufsleben bereits im zweiten Jahr. Damit wird die Notwendigkeit verringert, KollegInnen einzustellen, die über gar keine waldorfpädagogischen Gesichtspunkte verfügen.

 

  • Durch die Verlegung der Kurszeiten auf den Abend und einen detaillierten Studienverlaufsplan, kann der Anteil an Schulpraxis signifikant erhöht werden und die Schule hat für die Zeit der Weiterbildung Planungssicherheit (Stundenplan- und Epochenplangestaltung).
  • Durch die Einrichtung des Masterstudienganges der Freien Hochschule Stuttgart am Standort Berlin können Studierende eine Unterrichtsgenehmigung erlangen, die durch ihr Studium nicht ausreichend fächerrelevante Studienleistungen erbracht haben.
  • Die Kursstruktur erfordert eine sehr enge Verzahnung von seminaristischer und schulischer Ausbildung. Ausgewählte SchulmentorInnen, häufige Hospitationen von Seminarseite und gemeinsame Kolloquien sollen dies gewährleisten.
  • Die Modularisierung der Weiterbildung ermöglicht ein hohes Maß an individuellen Anpassungen, je nach Lebenssituation
  • Wir erwarten, dass durch die Professionalisierung der Weiterbildung und die Möglichkeit, einen universitären (staatlich anerkannten) Master zu erlangen, nicht nur die Qualität der Ausbildung, sondern auch das Interesse an der Weiterbildung zum Oberstufenlehrer deutlich steigen wird.

 

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