Weiterbildung zur Klassen-/ Fachlehrer:in an Waldorfschulen, Berufsbegleitend im Abendkurs

  • Dauer: 3 Jahre bzw. 2 Jahre (s.u.)

Das Lehrziel der berufsbegleitenden Weiterbildung Klassenlehrer:in mit Nebenfach an Waldorfschulen ist die wissenschaftliche und künstlerisch-praktische Vertiefung der Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Erwerb methodisch-didaktischer Kompetenzen für die Lehrtätigkeit Klasse 1 – 8 (in Unter- und Mittelstufe) an Waldorfschulen.

Grundlage der Weiterbildung bilden die besonderen Inhalte und Ansätze der Waldorfpädagogik. Sie werden durch eine themenübergreifend-wissenschaftliche Beschäftigung mit der Anthroposophie und Entwicklungspsychologie des Kindes vermittelt. Ferner wird das geistige Verständnis des Menschen (Ich/Selbst) in seiner Relevanz für die Eröffnung pädagogische Handlungsfelder zugänglich gemacht. Die Erziehungsfragen der Gegenwart werden in einen bereichsübergreifenden Diskurs gestellt.

Die Weiterbildung ermöglicht durch künstlerisch-pädagogische Schwerpunktsetzung wissenschaftlich/ fachtechnisch vorgebildeten Studierenden die pädagogische Spezialisierung für die Unterrichtpraxis im Klassenlehrer:innen- und Fachlehrer:innen-Bereich an Waldorfschulen.

Die Nebenfächer sind Musik, Sport, Gartenbau, Handarbeit, Werken, Bildende Kunst, sowie zusätzlichen Sprachen wie Englisch, Russisch, Französisch, Deutsch als Zweitsprache und Spanisch.

Eine Aufnahme der Weiterbildung ist jeweils zum August (Schuljahresbeginn in Berlin) möglich.

Einleitung Klassenlehrer:in 

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Der/Die Klassenlehrer:in ist so etwas wie ein Markenzeichen der Waldorfpädagogik. Acht lange Jahre – wenn nichts dazwischenkommt – soll eine Klasse geführt werden. Unterrichtet wird in allen Grundlagenfächern, auch in Bereichen, die man sich neu erarbeiten muss. Das bedeutet, dass die Kinder immer wieder erleben, wie sich ihre Lehrer:innen den Stoff neu erarbeiten.

Was ist in der Seminarausbildung zu lernen? Man kann nur exemplarisch vorgehen. Eine große Rolle spielt natürlich der Anfangsunterricht in den unteren Klassen. Hier stehen insbesondere die methodischen Fragen im Vordergrund. Die Einführung der Schrift, das erste Rechnen und ein erster Blick auf die grammatikalischen Grundlagen der Muttersprache werden gründlich durchgearbeitet.

Eine gründliche Vorbereitung erfordert die Naturkunde. Wie gelingt es, zu Tieren und zu Pflanzen eine innere Beziehung herzustellen? Ist in meiner Schilderung oder im anschließenden Gespräch mit den Kindern einer vierten Klasse ein Maulwurf wirklich anwesend? Und erheben sich die Kinder zusammen mit ihren Lehrer:innen wirklich in die Lüfte, wenn von Raubvögeln die Rede sein soll?

Welche Bilder ergeben sich für die Pflanzenbetrachtung? Eine Sonnenblume mit einer Herbstzeitlosen zu vergleichen macht das eigene Seelenleben in hohem Maße lebendig. Und die Geschichte: Wie gehe ich mit der Forderung konkret um, dass es nicht nur um Kausalketten geht? Ist die Vergangenheit wirklich immer die Ursache für die Gegenwart? In der Menschenkunde der achten Klasse soll das Herz in einer Art beschrieben werden, dass es sich in den Seelen der Schüler:innen nicht nur als ein mechanisches Pumporgan festsetzt.

Damit aber nicht genug –

Einem/einer Klassenlehrer:in sollte ein ganzer Sack von Geschichten, Liedern und allerlei Sprüchen und Gedichten zu Verfügung stehen.

Der Epochenunterricht, den die Klassenlehrer:innen täglich zu geben haben, beginnt mit einem so genannten rhythmischen Teil, in dem es vor allem um einen künstlerisch– praktischen Umgang mit der Bewegung, der Sprache und der Musik geht. Für viele Student:innen bedeutet gerade dieser Unterrichtsteil eine echte Herausforderung.

Am Ende der Stunde steht das Erzählen. Es beginnt mit den Märchen in der ersten und endet mit biographischen Darstellungen in der achten Klasse, die allesamt ohne Buch in der Hand dargeboten werden sollen, schon, um den Kontakt zu den Kindern nicht abreißen zu lassen.

Darüber hinaus stehen weitere Themen an: Wie gestalte ich einen Elternabend? Was mache ich mit schwierigen Schüler:innen? Wie verhalte ich mich bei allerlei Unterrichtsstörungen? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von Klassenlehrer:innen und Fachlehrer:innen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt es? Und vor allem – was tue ich für meine Fortbildung?

Man ahnt vielleicht einen weiten Bogen, der immer auch in die menschenkundlich – anthroposophischen Grundlagen des Unterrichts hinein reichen sollte. Hier ist vor allem Souveränität gefordert. Die wird aber erst nach und nach in der Praxis entstehen. Da gilt vor allem: unterrichten lernt man am besten durch unterrichten. Aus diesem Grunde haben die Praktika in der Ausbildung einen großen Stellenwert. Die vielen Anregungen, die sich in der konkreten Arbeit mit den Schüler:innen und in den Gesprächen mit den Mentor:innen ergeben, haben einen unschätzbaren Wert. Immer wieder ist zu erleben, dass gerade nach einem Praktikum die Ausbildung am Seminar erst ihren „richtigen Biss“ erhält.

Und am Ende steht in der Regel das Erlebnis, dass man eigentlich viel zu wenig gelernt hat. Wenn das nicht so wäre, dann wäre allerdings auch etwas falsch gelaufen.

 

Einleitung Fachlehrer:in

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Das Besondere an Fachlehrer:innen an Waldorfschulen ist, dass diese (je nach deren Kompetenzen und Zulassungen) eine Klasse von der Einschulung bis zum Schulabschluss (erweiterte Berufsbildungsreife eBBR, Mittleren Schulabschluss MSA oder Abitur) unterrichten können. Der künstlerische Fachunterricht fördert die ganzheitliche Entwicklung der Kinder und unterstützt durch Wiederholung auf künstlerisch praktischer Ebene die Lerninhalte des Hauptunterrichts.

Der Fachunterricht schließt in der Regel an den Hauptunterricht der Klassenlehrer:innen bzw. der Oberstufenlehrer:innen an und umfasst folgende Bereiche: Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch), Musik, Eurythmie, Turnen/Sport und viele künstlerische und/oder handwerkliche Fächer (Malen, Zeichnen, Plastizieren, Schneidern, Werken, Gartenbau, Schmieden…). Die Fächer werden zum großen Teil von Kolleginnen und Kollegen unterrichtet, die sich ganz auf ihre Fachkombination spezialisiert haben. Daneben ergänzen viele Klassenlehrer:innen ihr Deputat um Stunden in einem Nebenfach.

Die Fachlehrer:innen müssen neben dem erforderlichen Fachwissen vor allem die innerliche Beweglichkeit, das Gespür und das Einfühlungsvermögen haben, den Lehrstoff aus der Gegebenheit des Augenblicks zu präsentieren. Voraussetzungen sind: künstlerische, fachliche, anthropologische und pädagogische Studien.

 

Struktur

    1. Wöchentliche Kurse während der Schulzeit (montags und dienstags von 16:30 Uhr bis 20 Uhr; im dritten Jahr nur montags)
    2. 12 Intensivwochenenden (freitags von 17 – 21:30 Uhr und samstags von 9 – 17 Uhr).
    3. Kurse in Methodik-Didaktik der Unterrichtsfächer in einem Umfang von 120 Zeitstunden pro Fach.
    4. Schulpraxis an Waldorfschulen: Die Gesamtdauer der Schulpraxis sollte 15 Wochen nicht unterschreiten. Diese können nach individueller Absprache in 3-4 Einzelpraktika aufgeteilt werden, oder insgesamt im Rahmen eines schulpraktischen (Halb-)Jahres im dritten Ausbildungsjahr absolviert werden.

Zugangsvoraussetzungen

  • Allgemein
    Für die Erlangung einer Unterrichtsgenehmigung sollte
    1. ein abgeschlossenes Pädagogikstudium
    2. oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium in zwei unterrichtsrelevanten Fächern
    3. oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit deutlich nachweisbaren Studienanteilen in Mathematik und/oder Deutsch vorliegen.
      Außerdem muss das seminarinterne Aufnahmeverfahren erfolgreich durchlaufen sein.

 

  • Nebenfächer Gartenbau, Handarbeit, Werken
    Wer eine Weiterbildung in diesen Fächern im Nebenfach anstrebt, kann zur Weiterbildung zugelassen werden, wenn
    1. ein erworbener Meister/ Gesellenbrief oder
    2. eine abgeschlossene technische/ künstlerisch-handwerkliche Ausbildung vorliegt oder
    3. deutliche Kompetenzen den verantwortlichen Fachdozierenden nachgewiesen werden können (z.B. durch Vorlage entsprechender Werkstücke bzw. einer Mappe).

 

  • Nebenfach Sprachen: Russisch, Französisch, Deutsch als Zweitsprache, Spanisch, Englisch
    Die Kompetenzen, die für Zulassung zur Sprachenlehrer:innen-Ausbildung erforderlich sind, umfassen eine lautreine Aussprache der betreffenden Sprache; ein klares Verständnis der Sprachstruktur; die Fähigkeit in die Sprache zu improvisieren, rezitieren, singen und erzählen; Vertrautheit mit Literatur und Dichtung der Zielsprache; umfassende, lebendige Kenntnisse der Kultur, Geschichte und Geographie von Ländern, in denen die Zielsprache gesprochen wird.
    Zur Qualifizierung als Sprachenlehrer:in (Klasse 1 – 8) können sich Studierenden auch ohne schulfachnahe Hochschulausbildung und Abschluss bewerben, sofern sie eine zusätzliche C1 Qualifikation nachweisen, z.B.:

    • UNIcert 3, CPE Cambridge English: Proficiency/ British Council IELTS academic (Ergebnisniveau 8.0 – 9.0),
    • DALF C1 Diplôme Approfondi de Langue Française,
    • DELE C1 Diploma de español nivel C1,
    • TRKI-3(тест по русскому языку как иностранному) oder
    • Goethe-Zertifikat C1/ TestDaF TDN5/ DSH 2).

 

  • Nebenfach Musik
    Klassenlehrer:innen, die Musik als Nebenfach anstreben, können sich auch als Fachlehrer:innen für Musik (Klasse 1 – 8) bewerben, indem sie den Fachdozierenden mit einer nachweisbare Musikausbildung der deutlicher Gesangs- und instrumentale Begleitungskompetenz

Kosten

Die Lehrgangsgebühren betragen durch die Bezuschussung des Bundes der Freien Waldorfschulen 4600€.

 

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Weiterbildung zur Fachlehrer:in Handarbeit / Werken / Gartenbau an Waldorfschulen, Berufsbegleitend

  • Dauer: 2 Jahre

Lehrziel der berufsbegleitenden Weiterbildung Fachlehrer:in Handarbeit / Werken / Gartenbau an Waldorfschulen ist die wissenschaftliche und künstlerisch-praktische Vertiefung der Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Erwerb methodisch-didaktischer Kompetenzen für die Lehrtätigkeit Klasse 1 – 12 an Waldorfschulen.

Grundlage der Weiterbildung bilden die besonderen Inhalte und Ansätze der Waldorfpädagogik. Sie werden durch eine themenübergreifend-wissenschaftliche Beschäftigung mit der Anthroposophie und Entwicklungspsychologie des Kindes vermittelt. Die Erziehungsfragen der Gegenwart werden in einen bereichsübergreifenden Diskurs gestellt.

Die Weiterbildung ermöglicht durch künstlerisch-pädagogische Schwerpunktsetzung fachtechnisch vorgebildeten Studierenden die pädagogische Spezialisierung für die Unterrichtpraxis im Fachlehrer:innen-Bereich an Waldorfschulen.

Die Hauptfächer sind Gartenbau, Handarbeit, Werken.

Weitere Fächer werden in der Vollzeitweiterbildung zur Oberstufenlehrer:in angeboten.

Eine Aufnahme der Weiterbildung ist jeweils zum August (Schuljahresbeginn in Berlin) möglich.

Struktur

    1. Wöchentliche Kurse während der Schulzeit (montags und dienstags von 17:30 Uhr bis 21:15 Uhr)
    2. 10 Intensivwochenenden (freitags von 17:00-21:30 Uhr und samstags von 09:00-17:00 Uhr).
    3. Kurse in Methodik-Didaktik des Hauptfachs in einem Umfang von 200 Zeitstunden.
    4. Schulpraxis an Waldorfschulen: Die Gesamtdauer der Schulpraxis sollte 15 Wochen nicht unterschreiten. Diese können nach individueller Absprache in 3-4 Einzelpraktika aufgeteilt werden oder fortlaufend absolviert werden.

Zulassungsvoraussetzungen

    1. ein erworbener Meister/ Gesellenbrief oder
    2. eine abgeschlossene technische/ künstlerisch-handwerkliche Ausbildung vorliegt.

Außerdem muss das seminarinterne Aufnahmeverfahren erfolgreich durchlaufen sein.

Kosten

Auf Anfrage: info@waldorfseminar.berlin

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